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larch – Ein Baukasten für Live-Systeme auf Arch Linux-Basis

Durch einen Tipp im Arch-Forum bin ich auf larch gestoßen. Wie der Titel schon sagt, ist das ein Baukasten für Live-Systeme mit Arch Linux als Unterbau. Die Featureliste ist lang, herausragend fand ich aber vorallem folgende Punkte:

Bevor ich es vergesse, hier der Link: http://larch.berlios.de/

Von der Bedienung war ich wirklich überrascht. Ich dachte erst, dass das Vorhaben "eigenes Live-System" in ziemliche Handarbeit ausarten würde. larch nimmt einem aber wirklich unglaublich viel ab - wie gesagt, prinzipiell genügt ein Aufruf eines Scriptes und nach einiger Zeit ist die Iso fertig. :) Natürlich lernt man dabei nicht besonders viel, andererseits ist die Dokumentation ziemlich gut und man kann sich die Scripte ja anschauen, was ich auch noch tun werde.

Die Profile sind natürlich äußerst praktisch. In ein paar wenigen Dateien steht alles drin, was das Wesentliche der Live-CD ausmacht. Es ist also ganz einfach möglich, bereits existierende Systeme zu erweitern oder zu ändern, ohne dabei die originale Konfiguration kaputt zu machen oder umständlich sichern zu müssen. Man kopiert einfach ein Verzeichnis von etwa 100 Kilobyte Größe und kann nach Herzenslust spielen. Darüber hinaus werden bereits fertige Profile mitgeliefert - es ist also nicht nötig, sich stundenlang in die Materie einarbeiten zu müssen, wenn man nur ein einfaches Ergebnis haben will.

Zuerst einmal wird davon gesprochen, dass man durch squashfs bis zu 2GB an echten Daten auf eine CD bekommen kann. Welche Software kann das nun sein? Grundsätzlich natürlich "alles", aber allem voran können die normalen Arch Linux-Repositories genutzt werden! Zu allem Überfluss auch noch über die Paketverwaltung, was bedeutet: Es ist nur nötig, die Paketnamen anzugeben, die man haben möchte, pacman kümmert sich dann um alle Abhängigkeiten. :eek: Beispiel: Für das komplette X-System würde die Angabe von "xorg" ausreichen. Natürlich muss man hier aufpassen, dass man sich nicht einen unnötigen Rattenschwanz an Abhängigkeiten einhandelt - ob man selbst gebaute Pakete via pacman nutzen kann, weiß ich (noch) nicht.

Das Live-System selbst nutzt dann das Dateisystem aufs. Dieses ermöglicht es, die komplette Verzeichnishirarchie beschreiben zu können, obwohl manches auf der CD liegt - die Grenze ist die Menge des verfügbaren RAM's im Rechner, danach ist natürlich Schluss. Kurzum: Im Live-System "fühlt es sich an", als säße man vor einem normalen System mit Festplatte. :)

Das lässt sich mit der "Copy 2 RAM"-Funktion auch noch auf die Spitze treiben. Hierbei wird das Live-System komplett ins RAM geladen (sofern es reinpasst) und die CD kann entfernt werden. Kleine Server oder Router bei sich zuhause, die völlig ohne Platte laufen sollen, kann man damit ganz einfach realisieren - und zwar ohne ein "Krüppelsystem", denn das Live-System kann wie ein vollwertiges Arch Linux genutzt werden, inklusive Paketverwaltung. :eek: :) Eine andere Einsatzmöglichkeit wäre, weitere Software auf anderen Speichermedien nutzen zu können, das geht natürlich damit auch.

Einziger Wermutstropfen: Das Live-System muss mit Root-Rechten gebaut werden. Wenn man nicht aufpasst oder Pech hat, zerschießt man sich vielleicht ein laufendes System. Ich bin daher den Weg über die VirtualBox gegangen, habe die paar Minuten geopfert und dort ein minimales Arch Linux zum Bauen installiert. Das funktioniert auch problemlos (angeblich soll man auch auf ganz anderen Distris bauen können, was ich aber nicht ausprobiert habe), lediglich das Paket "cdrkit" hat noch gefehlt. Auf langsameren Rechnern kann diese Vorgehensweise natürlich einiges an Performanceverlust bei der Erstellung der Iso bedeuten, aber sicher ist sicher. ;)

Sehr schön. Ich bin mal wieder begeistert ... :D