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Weil bald Weihnachten ist …

... dachte ich mir, könnte man doch mal ein bisschen Musik empfehlen. Falls noch jemand ganz verzweifelt ein Geschenk sucht und so. Oder einfach für einen selbst. ;) Da alle Empfehlungen Creative Commons-Werke sind, muss man auch nicht im derzeitigen Schneechaos in den Laden rennen. Hier wird's "nur" Links zu Jamendo hageln.

Diablo Swing Orchestra

Auf diese schwedische Band bin ich durch /dev/radio aufmerksam geworden. Das ist so eine dieser Bands, die sich kein richtiges Label aufpappen lassen wollen. Die Grundlage ist erst einmal Metal. Obendrauf kommt aber so viel anderes, dass man wirklich nicht ganz weiß, wo man anfangen soll. Die Tags, die ihr (bisher einziges) Album bei Jamendo hat, sind jedenfalls: "Jazz, Rock, Metal, Classical, Gypsy". Das kommt auch ganz gut hin.

Diese Mischung aus Streichinstrumenten, Blechbläsern, klassischem "Operngesang" (so würde ich als Laie das nennen) und dem darunterliegenden Metal ist jedenfalls ziemlich abgefahren. Die Spanne reicht von etwas härteren Gitarrenklängen bis hin zu seichtem Jazz. Dazu kommt noch das "Gypsy"-Element, was der Sache eine ganz eigene Note verleiht, weil es dadurch nicht einfach nur eine Mischung aus Apocalyptica und Nightwish ist. Mal ganz grob gesagt.

Was ich besonders erwähnenswert finde, ist die technische Qualität. Gerade im Bereich der Gitarrenmusik gibt es bei Jamendo -- sorry -- viel Müll. Vermutlich liegt es daran, dass sich derlei Musik nicht so einfach und billig produzieren lässt wie "Homemade Techno". Jedenfalls ist "The Butcher's Ballroom" technisch einwandfrei und sticht alleine dadurch definitiv aus der Masse heraus.

Diablo Swing Orchestra bei Jamendo

Obsidian Shell

Diese Jungs und ihr Mädel aus Ungarn wurden auch bei /dev/radio gespielt. Die Frontdame gibt auf der Homepage als ihre eigenen Favoriten unter anderem Within Temptation und Evanescence an. Ja, naja, man kann es nicht leugnen, dass da eine gewisse Ähnlichkeit besteht. ;) Obsidian Shell ist aber nicht so "kitschig" und hat mehr Wumms. Gerade das zweite Album "Angelic Asylum" ist noch nicht für's Radio weichgespült. Klares Plus.

Was man hier also zu hören bekommt, ist kurzweiliger "Symphonic Metal". Sehr atmosphärisch, ohne dabei an Druck zu verlieren. Teilweise begeben sie sich in epische Gefilde und ruhigere Passagen gibt es auch, irgendwann kommen sie dann aber doch wieder in der Metal-Realität an. ;) Wenn man darauf achtet, merkt man zwar, dass es ein Büchsen-Orchester aus dem Keyboard ist, aber die Band ist eben noch jung und klein. Trotzdem eine echte Perle, die sich durchaus mit bekannten Größen messen lassen kann.

Obsidian Shell bei Jamendo

Studebaker's Blacksmith Shop

Was anderes. Bin ich kürzlich beim Jamendo-Browsen drübergestolpert. Kategorie war: Stoner Rock.

Es ist meiner Erfahrung nach sehr schwer, in diesem Bereich gute Musik zu finden. Das meiste wird entweder von einem quäkenden männlichen Sänger in Form eines Josh Homme-Imitats ruiniert oder ist von der Produktionsqualität her einfach mies. Die deutsche Band Studebaker's Blacksmith Shop ist technisch sauber, dieser Punkt wäre also geklärt. Das Problem mit dem Sänger wird elegant umgangen: Eine Frau ist hier für die Vocals zuständig. :) So ist der Gesang zwar auch hoch und hebt sich damit vom restlichen Klangbild ab, das durch rauhe Gitarren bestimmt wird. Aber es ist in sich stimmig.

Das funktioniert erstaunlich gut. Teilweise driftet es etwas ins Poppige ab, insgesamt aber doch solider, eingängiger Rock. Und aus irgendwelchen Gründen muss ich beim Anhören immer an ziellose Autofahrten in die Fremde denken ... ;)

Studebaker's Blacksmith Shop bei Jamendo

OnSlow

Ist schon etwas älter und liegt schon länger auf meiner Platte, aber eine Erwähnung muss trotzdem sein. Aus dem Bild dort rechts kann man schon viel über die Musik der Kieler Band (die leider nicht mehr aktiv ist) ablesen -- es ist laut, dreckig und die Jungs haben Spaß dabei. ;)

Genretechnisch stammt OnSlow wieder ungefähr aus der Ecke des Stoner Rock, ist aber eine Nummer härter als Studebaker's Blacksmith Shop. Das liegt mit Sicherheit auch daran, dass niemand menschliche Laute von sich gibt -- OnSlow ist komplett instrumental. Ein Kritikpunkt ist das nicht, ganz im Gegenteil. Die Stücke sind dadurch ausgefeilter, da man sich nicht nur auf begleitende Klänge zu einer dominanten Stimme beschränkt. Ich habe auch nicht das Gefühl, dass etwas "fehlt", denn das Gesamtpaket stimmt.

Dröhnt, "grooved", rumpelt und macht einfach Spaß. :)

OnSlow bei Jamendo