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Arbeitsplatzverkleinerung

Eine kleine Selbstanalyse meiner Arbeitsabläufe und meines Nutzungsverhaltens.

Im März 2008, also vor gut vier Jahren, hatte ich mir noch zu Ubuntu-Zeiten einen 24-Zoll-Monitor mit 1920x1200 Pixeln angeschafft. Damals hatte ich mir sogar noch einen 17-Zöller mit 1280x1024 Pixeln daneben gestellt. Zu dieser Zeit schien das einfach ein vernünftiger Gedankengang zu sein, der zu meinem Nutzungsverhalten passte. Ich hatte viel Bildbearbeitung und 3D-Rendering gemacht, außerdem noch Gnome2 benutzt und generell hauptsächlich GUI-Anwendungen am Laufen. Da möchte man gerne viel Platz haben.

Die fortwährende Suche nach einem schlankeren System brachte dann aber einige Änderungen in meinem „Betriebsmodus“ mit sich.

Den 17-Zöller benutze ich schon seit einiger Zeit nur noch sehr selten. Vor ein paar Wochen habe ich ihn dann auch endlich abgebaut und wieder in den Karton gesteckt. Da ruht er nun.

Aber auch der 24-Zöller wird mir zusehends zu groß. Ich weiß nicht genau, woran das liegt, vielleicht werde ich einfach alt. ;-) Manchmal fühle ich mich „überfordert“, wenn ein so großer Bildschirm mit so vielen Informationen vollgestopft ist.

Mein Anwendungsprofil sieht heute etwa so aus:

Ich habe also drei Hauptaktivitäten, auf die ich mich abwechselnd konzentriere:

  1. Browser
  2. IRC
  3. „Work“ in einem Terminal – eventuell zusätzlich Zathura

Ich mache das nicht gleichzeitig. Also muss es auch nicht gleichzeitig sichtbar sein. Um ehrlich zu sein: Es stört mich sogar immer mehr, wenn es gleichzeitig sichtbar ist. Es ist anstrengend, zu surfen und bei jeder Aktivität dort automatisch ins IRC zu blicken – man sieht das ja zwangsläufig im Augenwinkel. Wenn ich Code oder Text schreibe, will ich mich auch darauf konzentrieren und nicht von einer Webseite oder E-Mail abgelenkt werden.

Es ist aber recht schwer, sich ständig künstlich zu beschränken, wenn man doch einen so großen Bildschirm hat. Da neigt man einfach dazu, den Platz auch zu nutzen, sprich: ihn mit Terminals vollzukleistern. Ich lasse das zusätzliche Fenster mit der Manpage dann halt einfach offen, obwohl ich es nicht mehr wirklich bauche. Kurz darauf kommt noch eines dazu. Dann noch ein Fenster mit Vim, wo ich mir kurz eine Datei anschaue. Und so weiter. Das ist aber nicht nur „sinnlos“ sondern auch kontraproduktiv. Ich stehe dann auf einmal da, habe sechs Terminals offen (und vielleicht noch hier und da in einem Vim mal Strg+Z gedrückt und ihn in den Hintergrund geschickt – ich sehe ihn also gar nicht mehr auf Anhieb) und habe schlichtweg den Überblick verloren. Auch, wenn das relativ schnell geht und ich für den reinen Vorgang vielleicht nur zehn Sekunden verbrauche, so muss ich doch in einem solchen Moment kurz unterbrechen und erst einmal die Fenster aufräumen. Die Folge ist natürlich, dass ich bei meiner eigentlichen Aktivität gedanklich ganz neu ansetzen muss.

Ich habe deswegen seit kurzem trotz 1920x1200 verfügbaren Pixeln nur noch 1280x1024 in Betrieb und mein awesome-Setup entsprechend abgestimmt. Ich wäre sogar fast geneigt, auf 1024x768 herunterzugehen, weil das eigentlich ausreicht. Ist der Bildschirm kleiner, bin ich automatisch disziplinierter und haushalte besser. Das ist wohl derselbe Effekt wie bei meiner Festplatte: Die /home-Partition ist „nur“ 60GB groß und trotzdem komme ich gut zurecht. Ist weniger verfügbar, dann nutze ich das besser – vermutlich, weil ich mir nicht unbewusst denke: „Da ist noch Luft, hau’ rein!“

Vielleicht wechsle ich auch wieder ganz auf den 17-Zöller, immerhin ist der gigantisch große schwarze Rand doch etwas störend. Dann hätte ich auch wieder mehr Platz auf dem Schreibtisch. Es wäre nur irgendwie schade um den großen Monitor – hat ja auch Geld gekostet …

Foto

– Nachtrag 2012-10-25: Grmpf! Mein 17-Zöller, den ich seit Juni dann wieder verwendet hatte, hat den Geist aufgegeben. Jetzt habe ich doch wieder den 24-Zöller dran und lasse ihn als Kompromiss aus „schwarzem Rand“ und „erschlagen werden“ auf 1600x1200 mit großem VGA-Font laufen. Immernoch besser, als Geld für einen neuen Monitor ausgeben zu müssen.

Größter Nachteil ist aber eigentlich das Panel (vermutlich PVA), wie mir jetzt erst richtig auffällt. Die Farben sind schon ganz schön „dull“ und besonders schwarz ist das Schwarz auch nicht. Aber offenbar kann man sich daran gewöhnen, hat mich früher ja auch nicht gestört.