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Nichtverfehlbare Ziele – Teil 2

Wie schon im ersten Teil zu diesem Thema festgestellt, sind unendlich große Ziele gut zu treffen. Die wichtigsten Mausziele befinden sich am oberen Bildschirmrand, nämlich Menüs und Tabs. Jetzt ist es so, dass ich meine dwm-Statusbar eigentlich viel lieber am oberen Bildschirmrand hätte als am unteren. Kann schon sein, dass eine Leiste am unteren Rand bei mir unerwünschte Assoziationen zu Windows 95+ weckt, wohingegen eine Leiste am oberen Rand romantisch verklärte Erinnerungen an OS/2 Warp 4 wieder ans Tageslicht bringt:

Screenshot von OS/2 Warp 4

Mit meinen unendlich großen Zielen bekomme ich natürlich ein Problem, wenn die Leiste oben ist: Da ein Fenster nicht mehr bis zum echten Rand des Bildschirms reicht, kann ich die Maus nicht mehr einfach nach oben werfen, da sie dann in der Statusbar landet statt im Fenster. Deswegen war meine Leiste gezwungenermaßen lange Zeit unten.

Aber es gibt eine Lösung dafür. Sie nennt sich „Pointer Barrier“ und ist von Peter Hutterer in einem Blogpost beschrieben worden. Man kann damit Barrieren erstellen, die ein Mauszeiger nicht überwinden kann. Mit etwas mehr Code kann man Bedingungen definieren, unter denen der Pointer dann doch durch darf, was ich aber nicht brauche.

Das ist genau das, was ich wollte. Einfach eine Barriere unterhalb der dwm-Statusbar erstellt und schon kann selbige wieder am oberen Bildschirmrand erscheinen. Die Barriere fällt mit meiner weißen Trennlinie unterhalb der Bar zusammen – hier direkt über „File“ zu sehen:

Screenshot

Ich habe die Barriere direkt in meinen dwm eingebaut. Dann kann ich sie nämlich auch gleich konsistent an- und ausschalten, wenn ich die Bar mal verstecke (zum Beispiel für Spiele sinnvoll): e04343d.

Die Barriere ist mit diesem Code unüberwindbar. Sprich, ich kann nicht mehr in die Statusbar klicken, um Tags zu wechseln oder ähnliches. Diese Funktionalität hatte ich vorher eigentlich benutzt. Jetzt, wo ich das nicht mehr kann, stelle ich aber einen positiven Effekt durch diesen „Verzicht“ fest: Den Workspace (ja, ich verwende die dwm-Tags als virtuelle Desktops – schande über mein Haupt ;-)) über „Super+4“ oder ähnlich zu wechseln, ist angenehmer, als das über die Maus zu erledigen, die dafür nämlich wieder „micro movements“ ausführen müsste. Die kleine „4“ in der Statusbar anzuvisieren, ist so ein „micro movement“. Und diese „micro movements“ sind ein großer Katalysator von Schmerzen im Arm.

Auch beim letzten Posting zu diesem Thema hatte ich schon den Firefox angesprochen. So auch diesmal. Das Ding hat nämlich eine total ätzende Eigenart:

Screenshot

Der rot umkringelte Bereich zwischen den Tabs ist ein toter Punkt. Man erwischt dort keinen Tab. Stattdessen sorgt ein Doppelklick für einen neuen Tab. Im Klartext heißt das, dass dieser kleine Bereich zwischen zwei Tabs einfach die Tableiste selbst ist. Warum muss das sein? Ich erwische diesen Bereich sehr häufig ungewollt und statt eines Tabwechsels passiert dann einfach gar nichts. Lästig.

Mit etwas mehr „userChrome.css“ lässt sich das ändern:

/* Based on: https://bbs.archlinux.org/viewtopic.php?id=166169 */
.tabbrowser-tab[selected="true"] {
    background: #4b6983 !important;
    color: #FFFFFF !important;
    border: none !important;
    border-bottom: #c6c4bf 1px solid !important;
    border-right: #9e9a91 1px solid !important;
    border-radius: 0 !important;
    padding-left: 5px !important;
    padding-right: 5px !important;
}

.tabbrowser-tab:not([selected="true"]) {
    background: #eeebe7 !important;
    border: none !important;
    border-bottom: #c6c4bf 1px solid !important;
    border-right: #9e9a91 1px solid !important;
    border-radius: 0 !important;
    padding-left: 5px !important;
    padding-right: 5px !important;
}

.tabs-newtab-button {
    background: #f2f0eb !important;
    border: none !important;
    border-bottom: #c6c4bf 1px solid !important;
    border-right: #9e9a91 1px solid !important;
    border-radius: 0 !important;
    padding-left: 5px !important;
    padding-right: 5px !important;
}

.tab-close-button {
    display: none !important;
}

.tabbrowser-tabs {
    border-left: #9e9a91 1px solid !important;
}

Wichtig ist natürlich eigentlich nur, den „border-radius“ auf Null zurückzusetzen. Dann passt aber irgendwie das ein oder andere nicht mehr, weswegen der Rest wieder für ein stimmiges Bild sorgt.

Jetzt sehen die Firefox-Tabs so aus:

Screenshot

Zuguterletzt muss ich auch noch erwähnen, dass mir eine moderne Lasermaus und der Verzicht auf ein Mauspad sehr gut getan haben. Mit einer solchen Maus braucht man nämlich gar kein Pad mehr, das einen im Platz nur einschränkt – und nein, mit meinen vorigen LED-Mäusen ging das nicht, da diese auf meinem leicht spiegelnden Holztisch immer etwas verzogen. Die Lasermaus kommt auch mit einer niedrigen Sensitivität gut zurecht, was in hohen physikalischen Geschwindigkeiten resultiert und die Notwendigkeit eliminert, mit der Hand sehr genau zielen zu müssen. Ich muss jetzt keine Millimeterarbeit mit der Maus mehr machen: Noch einmal weniger „micro movements“.

All diese Kleinigkeiten addieren sich zu einer wesentlich angenehmeren Bedienung auf.