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Frust am Gerät: Defekte Powerslide am Samsung NC10 Plus

Es geht um mein Netbook. Das Gerät ist jetzt gut 3.5 Jahre alt und verrichtet eigentlich ganz gute Dienste. Schon von Anfang habe ich mich über den Schiebeschalter zum Ein- und Ausschalten des Geräts gewundert:

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Warum nicht einfach ein Drucktaster? Platz dafür wäre gewesen und das Vorgängermodell, also das Samsung NC10 ohne „Plus“, hatte auch noch einen Drucktaster. Mein „Plus“ hat aber eben diesen Schieber.

Was ich damals noch nicht wusste, ist, wie dieser Schieber intern funktioniert. Er betätigt einen weiteren Schieber direkt auf dem Mainboard. In späteren Bildern wird die Konstruktion noch etwas deutlicher. So sieht das Ding aus, wenn man es ausbaut:

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Den gelben Ranz muss man sich wegdenken, dazu gleich mehr. Dort in der Mitte sitzt also ein kleiner „Pin“ des Schiebers vom Mainboard und man schiebt in der angezeigten Richtung:

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Wenn man das über mehrere Jahre hinweg macht, dann kommt es zu Materialermüdung. Und wer das konkrete Ergebnis noch nicht bemerkt hat, für den sei es hier hervorgehoben:

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Ein kleiner Riss. Manchmal scheint es an der Stelle auch komplett abzubrechen, wie ich im Internet las. Bei mir sorgte der Riss dafür, dass dieses eigentlich starre Bauteil aus Plastik ein bisschen „beweglich“ wurde und den Schieber auf dem Mainboard nicht mehr komplett nach rechts schieben konnte. Resultat: Das Netbook geht nicht mehr an. Oder nur noch manchmal.

Mein erster Reparaturversuch bestand darin, den Riss kleben zu wollen. Vermutlich hatte ich aber nicht den richtigen Klebstoff, denn das hat überhaupt nicht gehalten. Der Klebstoff hat dann die gelben Überreste gebildet, die man oben sieht. Im Originalzustand ist das Ding natürlich sauber.

Es gibt nun auf shapeways.com eine mutmaßlich recht solide Lösung für das Problem. Aus Metall. Ein Zehntel des Netbook-Kaufpreises wollte ich dafür aber nicht ausgeben. Um ehrlich zu sein, hat mich die Konstruktion von Samsung so sehr geärgert, dass ich eine möglichst primitive, billige und einfache Lösung haben wollte. Nachdem ich den originalen Schieber, die filigrane Bauweise und vor allem die „günstige“ Positionierung des Schiebers auf dem Mainboard für einige Zeit begutachtet hatte, konnte ich mir gut vorstellen, dass ein Vorschwörungstheoretiker auf die Idee käme, es könnte sich um pure Absicht handeln, um ein vorzeitiges Lebensende des Geräts zu forcieren. Von derlei böswilligen Unterstellungen möchte ich mich aber natürlich ausdrücklich distanzieren.

Ich habe mir jetzt erst einmal mit ungewachster Zahnseide geholfen. Mit einer Schlaufe und geeigneter Führung durch das Gehäuse lässt sich eine Art „Seilzug“ herstellen:

Ich ziehe nun an der Zahnseide ein paar Millimeter nach hinten in Richtung VGA-Port und schon geht das Gerät wieder an. Den USB-Port kann man theoretisch noch benutzen, möchte ich aber vermeiden. Wie lange das hält, weiß ich nicht. Erst einmal funktioniert es. Früher oder später wird es aber dazu kommen, dass die Zahnseide reißt. Dann kann ich sie entweder austauschen oder es mit soliderem Material probieren. Aber vielleicht trifft mich ja vorher das White Screen Problem, welches angeblich ebenfalls durch Materialermüdung entsteht.

– Nachtrag 2015-02-24: Habe das Netbook heute nochmal aufgeschraubt und nachgeschaut. Der Faden sieht noch völlig intakt aus. Nur außen, wo man ihn ständig anfasst, sieht er ein bisschen „aufgequollen“ aus. Denke, das hält noch eine ganze Weile.